„Ich muss alles aushalten“ – ein Satz, der krank macht

Eine Pflegedienstleiterin in einem Pflegeheim steht unter enormem Druck. Überforderung im Beruf, Personalmangel, hohe Verantwortung, Erwartungen von oben. „Bitte halten Sie durch“, hört sie immer wieder. Alles lastet auf der Pflege.

Sie fühlt sich allein. Überfordert. Weiß nicht, wo sie anfangen soll. In ihrem Körper zeigt sich das deutlich: Druck in der Schulter, starke Verspannung.

Im Gespräch fällt ein Satz, der alles zusammenfasst: „Diese Pflege muss alles aushalten.“

Dieser Satz wird ausgesprochen – und sofort wird spürbar, wie schwer er ist. Gemeinsam wird hinterfragt: Stimmt das wirklich?

Zum ersten Mal erlaubt sie sich, eine andere Wahrheit zu formulieren: „Ich muss nicht alles aushalten.“

Allein dieses Aussprechen verändert etwas. Der Körper reagiert. Die Gedanken werden konstruktiver. Plötzlich entstehen Ideen, wie sie den nächsten Tag anders gestalten kann. Wo sie ansetzen kann. Was sie klar ansprechen möchte. Es geht nicht darum, Verantwortung abzugeben. Sondern darum, unrealistische innere Forderungen loszulassen.

Und genau diese Erkenntnis bringt Entlastung.