Author Archives: systempro

Jutta Haslmaier mit einer Teilnehmerin

Schwierige Gespräche führen – ohne sich selbst zu verlieren

Schwierige Gespräche führen – ohne sich selbst zu verlieren

Eine Führungskraft aus einem Konzern steht vor einem schwierigen Gespräch mit einem Geschäftspartner. Schon der Gedanke daran erzeugt Enge, Druck, innere Verkrampfung. Der Gesprächspartner redet schnell, übt Druck aus, zeigt Enttäuschung.

Im Coaching wird dieses Gefühl ernst genommen. Während dem Klopfen reagiert der Körper stark – besonders im Brustbereich. Während der Begleitung stellt sich langsam Ruhe ein. Ein inneres Bild taucht auf: Geborgenheit, als würde jemand schützend da sein.

Beim nächsten Gespräch ist vieles anders. Die Führungskraft bleibt klar in der Sache. Emotional weniger betroffen. Das Thema fühlt sich „weiter weg“ an – nicht mehr so persönlich.

Sie kann bei sich bleiben. Ruhig reagieren. Grenzen wahren. Der Gesprächspartner wirkt plötzlich weniger bedrohlich.

Grauton Unternehmen

Wenn Schweigen lauter ist als Streit – Konfliktklärung im Unternehmen

Wenn Schweigen lauter ist als Streit – Konfliktklärung im Unternehmen

Zwei Mitarbeiter müssen eng zusammenarbeiten. Doch die Kommunikation ist fast vollständig abgebrochen. Wenn überhaupt gesprochen wird, dann sachlich, kühl, auf das Notwendigste beschränkt.

Niemand weiß genau, was passiert ist. Es gab einen Bruch. Unsicherheit. Leistungsabfall.

In der Konfliktklärung geht es nicht um Schuld, sondern um Verstehen. Schritt für Schritt werden die Bedürfnisse beider Seiten sichtbar gemacht: Sicherheit, Unterstützung, Ordnung. Anerkennung der Leistung. Zugehörigkeit. Beide Seiten merken: Die Bedürfnisse ähneln sich erstaunlich.

Wünsche werden ausgesprochen: direktere Kommunikation, Zeit füreinander, echtes Zuhören. Auch Raum für Persönliches – für Gefühle.

In einem Reflexionsgespräch verändert sich die Atmosphäre deutlich. Missverständnisse werden geklärt. Eine Seite erzählt von einer privaten, sehr belastenden Zeit, von der der andere nichts wusste. Verständnis entsteht. Eine Entschuldigung.

Nach und nach kehrt Vertrauen zurück. Gespräche werden wieder möglich. Sogar Smalltalk findet wieder statt.

Jutta Haslmaier mit einer Teilnehmerin

„Ich muss alles aushalten“ – ein Satz, der krank macht

„Ich muss alles aushalten“ – ein Satz, der krank macht

Eine Pflegedienstleiterin in einem Pflegeheim steht unter enormem Druck. Überforderung im Beruf, Personalmangel, hohe Verantwortung, Erwartungen von oben. „Bitte halten Sie durch“, hört sie immer wieder. Alles lastet auf der Pflege.

Sie fühlt sich allein. Überfordert. Weiß nicht, wo sie anfangen soll. In ihrem Körper zeigt sich das deutlich: Druck in der Schulter, starke Verspannung.

Im Gespräch fällt ein Satz, der alles zusammenfasst: „Diese Pflege muss alles aushalten.“

Dieser Satz wird ausgesprochen – und sofort wird spürbar, wie schwer er ist. Gemeinsam wird hinterfragt: Stimmt das wirklich?

Zum ersten Mal erlaubt sie sich, eine andere Wahrheit zu formulieren: „Ich muss nicht alles aushalten.“

Allein dieses Aussprechen verändert etwas. Der Körper reagiert. Die Gedanken werden konstruktiver. Plötzlich entstehen Ideen, wie sie den nächsten Tag anders gestalten kann. Wo sie ansetzen kann. Was sie klar ansprechen möchte. Es geht nicht darum, Verantwortung abzugeben. Sondern darum, unrealistische innere Forderungen loszulassen.

Und genau diese Erkenntnis bringt Entlastung.

Blick auf ein Meer - Gespräche ermöglichen Jutta Haslmaier

Wenn Kommunikation im Team zerbricht – und alte Muster wirksam werden

Wenn Kommunikation im Team zerbricht – und alte Muster wirksam werden

Eine Führungskraft kommt ins Coaching, weil sie sich im eigenen Arbeitsumfeld zunehmend verloren fühlt. Die Kommunikation im Haus ist schlecht. Gespräche finden kaum noch statt, stattdessen wird geschrieben. Nachfragen bleiben unbeantwortet. Der Ton ist rau, manchmal aggressiv.

Sie fühlt sich allein gelassen. Ohne Rückhalt. Früher war das anders.

Je länger sie erzählt, desto deutlicher wird: Es fehlt an Klarheit, an Verlässlichkeit – und an Vertrauen. Sie weiß nicht mehr, wie sie verantwortungsvoll handeln soll. In ihr arbeitet ein alter, tiefer Glaubenssatz:
„Wenn ich etwas brauche, bin ich allein.“

Dieser Satz zeigt Wirkung – körperlich wie emotional. Ärger, Kopfschmerzen, innere Anspannung.

In der Begleitung wird dieser Glaubenssatz behutsam erkundet. Währenddessen taucht eine Erinnerung aus der Kindheit auf: Hausübungen, allein am Tisch. Der Vater kommt nach Hause, erschöpft, verspricht zu helfen – doch die gemeinsame Zeit bleibt aus. Das Gefühl von Verlässlichkeit geht verloren.

Diese Erinnerung wird nicht analysiert, sondern reguliert. Und plötzlich erscheint ein anderes inneres Bild: Der Vater als starke, verlässliche Figur. Ruhe stellt sich ein. Freiheit. Lockerheit.

Am nächsten Tag geht die Führungskraft anders in die Arbeit. Nicht, weil sich das Umfeld sofort verändert hätte – sondern weil sie innerlich freier ist. Klarer. Weniger abhängig von alten Mustern.

Wenn Verantwortung müde macht – und innere Sicherheit wieder entsteht

Wenn Verantwortung müde macht – und innere Sicherheit wieder entsteht

Manchmal ist es nicht der Körper, der nicht mehr kann.
Ein Arzt steht vor einem Vortrag. Fachlich bestens vorbereitet, erfahren, routiniert. Und trotzdem: Unsicherheit, Erschöpfung, ein Gefühl von Überforderung. Er weiß nicht, wie groß das Publikum sein wird, wie lange er durchhalten muss, ob er die Kraft dafür hat. Medizinisch ist alles abgeklärt – und dennoch fühlt es sich an, als würde ihm die Energie fehlen.

Im Gespräch zeigt sich: Es ist nicht der Vortrag selbst, der belastet. Es sind die inneren Bilder. Die Anreise, das Eintreffen, das Warten, der Moment des Beginns. Jede Vorstellung davon erzeugt erneut Stress.

In der Begleitung wird genau dort angesetzt. Schritt für Schritt werden diese inneren Stressbilder bewusst wahrgenommen und gleichzeitig reguliert. Währenddessen stellt sich langsam ein anderes Gefühl ein: mehr Ruhe, mehr Weite. Der Körper beginnt loszulassen.

Plötzlich sagt der Arzt etwas Entscheidendes:
„Eigentlich weiß ich ja, wie es geht. Ich kenne mich aus. Ich bin Spezialist.“

Mit diesem neuen inneren Zustand entsteht ein anderes Bild: Er sieht das Auditorium, aufmerksam, interessiert. Spürt Sicherheit. Sein Körper entspannt sich. Der Druck lässt nach.

Am Ende bleibt nicht nur Erleichterung. Sondern sogar Vorfreude.

Solche Prozesse zeigen, wie eng körperliche Empfindungen, Gedanken und innere Bilder miteinander verbunden sind – und wie viel Kraft wieder verfügbar wird, wenn innere Sicherheit zurückkehrt.