Wenn Kommunikation im Team zerbricht – und alte Muster wirksam werden

Eine Führungskraft kommt ins Coaching, weil sie sich im eigenen Arbeitsumfeld zunehmend verloren fühlt. Die Kommunikation im Haus ist schlecht. Gespräche finden kaum noch statt, stattdessen wird geschrieben. Nachfragen bleiben unbeantwortet. Der Ton ist rau, manchmal aggressiv.

Sie fühlt sich allein gelassen. Ohne Rückhalt. Früher war das anders.

Je länger sie erzählt, desto deutlicher wird: Es fehlt an Klarheit, an Verlässlichkeit – und an Vertrauen. Sie weiß nicht mehr, wie sie verantwortungsvoll handeln soll. In ihr arbeitet ein alter, tiefer Glaubenssatz:
„Wenn ich etwas brauche, bin ich allein.“

Dieser Satz zeigt Wirkung – körperlich wie emotional. Ärger, Kopfschmerzen, innere Anspannung.

In der Begleitung wird dieser Glaubenssatz behutsam erkundet. Währenddessen taucht eine Erinnerung aus der Kindheit auf: Hausübungen, allein am Tisch. Der Vater kommt nach Hause, erschöpft, verspricht zu helfen – doch die gemeinsame Zeit bleibt aus. Das Gefühl von Verlässlichkeit geht verloren.

Diese Erinnerung wird nicht analysiert, sondern reguliert. Und plötzlich erscheint ein anderes inneres Bild: Der Vater als starke, verlässliche Figur. Ruhe stellt sich ein. Freiheit. Lockerheit.

Am nächsten Tag geht die Führungskraft anders in die Arbeit. Nicht, weil sich das Umfeld sofort verändert hätte – sondern weil sie innerlich freier ist. Klarer. Weniger abhängig von alten Mustern.